Stell dir vor du bereitest das perfekte Dinner vor. Der Tisch ist gedeckt und das Essen duftet. Aber: deine Gäste kommen nicht durch die Tür, weil sie draussen bereits von einem Lieferservice verköstigt werden. Willkommen in der Welt von 2026, wo AI-Systeme Antworten servieren bevor Nutzer:innen deine Website überhaupt betreten.
Sichtbarkeit bedeutet heute nicht mehr nur gefunden werden, sondern zitiert werden. Während klassische SEO (Suchmaschinen-Optimierung) noch auf Rankings optimiert, entscheiden neue Disziplinen wie AEO und GEO darüber, wer in AI-Antworten auftaucht. Und wer draussen im Regen steht.
Von der Bibliothek zum Concierge
Früher war Google eine Bibliothek: Du hast nach einem Buch gesucht, es aus dem Regal gezogen und selbst gelesen. Heute ist Google ein Concierge mit Direktdraht zu ChatGPT, Perplexity und Gemini. Und der erzählt dir die Zusammenfassung gleich an der Rezeption.
Der Shift ist radikal: Von Klicks zu Zitaten. Von Seiten zu Passagen. Von «Hier, geh mal auf diese Website» zu «Die Antwort lautet …». Trotzdem bleibt SEO das Fundament. Ohne crawlbare Struktur, sauberes HTML und technische Performance hast du keine Basis für deine Inhalte.
Das Dreigespann: SEO, AEO, GEO
Drei Begriffe, die klingen wie Codes aus einem Spionagefilm:
SEO – Das Fundament (der Türsteher)
SEO bleibt die technische Basis: eine crawlbare Struktur und sauberes HTML. Dazu kommen Backlinks und Brand Mentions, die dafür sorgen dass du überhaupt auf der Gästeliste stehst. Ohne funktionierende SEO gibt es keine Sichtbarkeit: weder bei Google noch bei AI-Systemen.
AEO – Answer Engine Optimization (der Aufzugs-Pitch)
AEO optimiert für Direktantworten: Featured Snippets, Voice Search, Google AI Overviews. Das Ziel ist, dass deine Inhalte so klar strukturiert sind, sodass sie als präzise Statements (idealerweise 40 bis 70 Wörter) zitiert werden können. Das erfordert saubere FAQ(Häufig gestellte Fragen)- und HowTo-Schemas sowie eine Sprache, die auch in gesprochener Form funktioniert. Denk an einen Elevator Pitch: Du hast 15 Sekunden, um die Kernaussage zu vermitteln bevor die Türen wieder aufgehen.
GEO – Generative Engine Optimization (die VIP-Lounge)
Hier wird es anspruchsvoller. GEO entscheidet, ob ChatGPT, Gemini oder Claude deine Inhalte als zitierwürdig einstufen. Anders als bei klassischer SEO bewertet AI nicht ganze Seiten sondern einzelne Passagen. Wie ein Sommelier, der sich nur für die besten Tropfen interessiert, filtert AI nach expliziten Zusammenhängen und logischen Argumentationsketten. Wichtig dabei zu wissen ist das die AI nur das versteht, was du explizit formulierst.
| SEO | AEO | GEO | |
|---|---|---|---|
| Ziel | Klicks & Rankings | Direktantworten | AI-Zitate |
| Fokus | Seiten | Antworten | Passagen |
| Länge | mittel bis lang | Kurz (40-70 Wörter) | mittel bis tief |
| Nutzerkontakt | Website | SERP | AI-Interface |
Was sich konkret ändert
1. Content-Logik: Vom Keyword-Stuffing zur vollständigen Themenabdeckung
Die Zeiten in denen Keywords aneinandergereiht wurden wie Perlen auf einer Schnur sind vorbei. AI-Systeme erwarten vollständige Themenabdeckung: Definitionen, Vergleiche, Einordnungen. Es reicht nicht mehr nur eine Frage zu beantworten (du musst auch die Folgefragen antizipieren, bevor sie gestellt werden). TL;DR-Blöcke und Zusammenfassungen helfen dabei, komplexe Inhalte schnell erfassbar zu machen.
2. Strukturelle Schärfe: Jeder Absatz zählt
Die Überschrifts-Hierarchie muss sauber sein und jeder Absatz sollte eine eindeutige Aussage treffen. Das Schema Markup (FAQ, Article, HowTo) dient als Wegweiser für AI-Crawler und macht Inhalte maschinenlesbar. Implizite Annahmen sind tabu. Die Formel lautet: «X ist Y, weil Z» und nicht «X könnte eventuell Y sein, je nachdem wie man’s betrachtet». Also: Klarheit schlägt Komplexität.
3. Vertrauenssignale: Autorität demonstrieren
Autor:innenprofile sollten echte Menschen zeigen und nicht generische Platzhalter. Quellenangaben dürfen auch mal tiefer gehen als Wikipedia. Das Aktualisierungsdatum ist Pflicht, denn niemand will Ratschläge von 2019. Eine Marken-Einheitlichkeit über alle Touchpoints hinweg ist entscheidend (AI-Systeme erkennen Inkonsistenzen). Wenn du auf jeder Seite eine andere Geschichte erzählst wird das registriert.
4. Neues Monitoring: Daten statt Bauchgefühl
AI-Prompts müssen systematisch getestet werden. Zitate und Erwähnungen sollten getrackt werden (nicht nur Google-Rankings). Tools wie Perplexity, ChatGPT und Gemini müssen aktiv überwacht werden.
Die Strategie: Nicht entweder sondern beides
Die erfolgreichste Strategie kombiniert alle drei Ebenen. SEO bildet das Fundament: ohne crawlbare und strukturierte Inhalte gibt es keine Basis. AEO sorgt für Sichtbarkeit in Google-Direktantworten. GEO schliesslich etabliert Autorität in generativen AI-Systemen durch semantische Tiefe und logisch stringente Argumentation.
Das Ziel ist es auffindbar, zitierbar (und vertrauenswürdig) zu sein (unabhängig davon, ob die Anfrage über Google, ChatGPT oder zukünftigen AI-Systemen kommt).
Aber Moment, was ist mit der Website selbst?
Eine Klarstellung: Deine Website bleibt das Herzstück. AI-Optimierung bedeutet nicht, dass Websites obsolet werden. Im Gegenteil:
AI-Systeme und Bots sind die Vorstufe. Sie bereiten Suchende vor, filtern Anfragen und schaffen Vertrauen. Aber die echte Conversion, die Vertiefung und die Beziehung? Das passiert auf deiner Website.
Hier noch einmal der Vergleich mit dem smarten Concierge im Hotel: Der empfiehlt das Restaurant (deine Website) und weckt Appetit. Aber gegessen wird trotzdem im Restaurant. Niemand wird nach der Empfehlung satt.
Was sich ändert: Der Weg zur Website wird länger und selektiver. Wer auf deiner Seite landet hat bereits eine Vorstellung davon was du anbietest. Das bedeutet qualifiziertere Besucher:innen, aber auch dass du mit deinem Unternehmen diesen Weg aktiv mitgestalten musst.
Was jetzt zu tun ist
Die gute Nachricht: Du musst nicht alles auf einmal umkrempeln.
Die schlechte: Wer wartet, verliert.
Ein schneller Check deiner wichtigsten Seiten kann folgendermassen aussehen:
- Lassen sich die Antworten in 15 Sekunden überfliegen
- Kann eine AI deine Kernaussagen extrahieren ohne raten zu müssen?
- Hast du ein Schema Markup implementiert?
- Sind deine Inhalte aktuell (und steht das auch drauf)?
Fazit
AI-Optimierung ersetzt SEO nicht. Sie verändert die Definition von Sichtbarkeit. Wer 2026 nur auf Rankings optimiert, spielt noch Schach während alle anderen bereits Poker spielen. Wer SEO + AEO + GEO kombiniert wird auch ohne Klick gefunden. Und in einer Welt in der AI-Systeme die Antworten servieren ist «zitiert werden» das neue «Platz 1 bei Google».
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